|
|
Brigitte
Hamann >
Nach unten wachsen:
Leben und Berufung der Josephine Baker
Josephine Baker: 3.6.1906, 11:00
CST (6,00hW), Saint Louis, Missouri, USA, 090W11´00`´,
38N37`00`` (Zeitangabe laut Taeger Archiv; AC 1 Grad 52 min 53 sec
Jungfrau, Medium Coeli 25 Grad 14 min 54 sec Stier)
Bei einer Überprüfung der angegebenen Zeit ergab sich
eine Verschiebung auf 10:56 CST (AC 1 Grad 50 min Jungfrau, MC 27
Grad 19 min Stier)
Horoskopgraphik
Josephine Baker>
Schwarze
Venus und engagierte Kämpferin: "La Baker"
Ist
es das, was sie eine Berufung nennen, was man mit Freuden tut, als
ob man Feuer im Herzen, den Teufel im Leib hätte? Josephine
Baker
Nur
mit ein paar Federn bekleidet tanzte Josephine Baker 1925 im Théatre
des Champs-Elysées in Paris den "Danse sauvage";
und eroberte das Publikum im Sturm. Mit den Bewegungen ihres wie
rasend tanzenden Körpers "versetzte sie ganz Paris in
Erregung" [1]. Die einzigartige Mixtur, in der sie ihre Fähigkeiten
als Tänzerin und Sängerin mit einem unglaublichen Talent
zu Komik, Grimassen und sinnlicher, energiegeladener Ausstrahlung
verband, machte sie in der ganzen Welt berühmt und brachte
ihr Namen eine wie Schwarze Venus, Schwarze Perle und Kreolische
Göttin. Doch sie faszinierte nicht nur durch ihre Bühnentalent
sondern auch durch ihr unermüdliches Engagement gegen die Rassendiskriminierung
in Amerika, mit dem sie sich viele Feinde machte, durch die Unterstützung
ihrer Wahlheimat Frankreich während des Krieges, durch die
Adoption von 12 Kindern unterschiedlicher nationaler Herkunft. Ihr
Leben ist ein Beispiel für einen phänomenalen Aufstieg,
den Fall und den letztendlichen Triumph auch über schwierigste
Umstände. Ihre Biographie schildert das innere Wachstum eines
Menschen. Sie zeigt, daß Erfolg nicht nur an äußeren
Kriterien gemessen werden darf.
Aschenputtel
oder Keine Jugend
Josephine
Baker wurde als Freda Josephine Carson am 3.6.1906 im Armenspital
von St. Louis, einer großen Stadt im Mittelwesten geboren,
im Schwarzenviertel, das sich im Ostteil befand, das zu den übelsten
Slums Amerikas gehörte [2]. Dort hatte sie in den
Straßen Tanzen gelernt. Neue Tanzschritte verbreiteten sich
hier rasch ebenso wie in Harlem und anderen von Schwarzen bewohnten
Stadtbezirken. Beide Eltern traten in Bars und Vaudevilletheatern
auf. Von ihrer Mutter Carrie erbte Josephine den außergewöhnlichen
Körper (Merkur als Herrscher des 2. Hauses steht im 10. Haus
= der bedeutsame Körper, in KON mit der Sonne als Herrscherin
des 12. Hauses = der Körper, der Wirkung in der Öffentlichkeit
durch sein Auftreten erzielt) und sie erbte deren Zielstrebigkeit
und Radikalität (Mars KON Pluto als Herrscher des 4. Hauses
stehen im 10. Haus = sich mit Macht und Ehrgeiz in die Öffentlichkeit
emporarbeiten; Jupiter als Mitherrscher des 4. Hauses steht ebenfalls
im 10. Haus, was gleichzeitig auf ihren unermüdlichen Elan
wie auch auf das Wohlwollen der Gesellschaft hinweist). Von ihrem
Vater hatte sie das Straffe, Drahtige und die Tatkraft (Saturn als
Herrscher von Haus 5 in Haus 7, im Handeln in der Umwelt Richtlinien
setzen). Beiden Eltern verdankte sie ihre tänzerische Begabung
[3].
Ihr Vater, der das
Leben ungehindert genießen wollte hatte kein Interesse an
einer Familie und verließ Carrie ein Jahr nach Josephines
Geburt (Saturn als Herrscher von Haus 5 in Haus 7 = Begegnung als
Genuß. Das Steinbockprinzip steht auch für Lüsternheit
und Promiskuität. Die Hausspitze 2 auf auf dem Kritischen Grad
25 Jungfrau [4], was einer Saturn/Uranus-Thematik entspricht, weist
auf dramatische Ereignisse bei dem Versuch, existenzielle Wurzeln
zu schlagen hin, was sich auch in Josephine Bakers lebenslangen
Kampf um materielle Mittel manifestierte, siehe weiter unten).
Auch Josephines
späterer Stiefvater Arthur Martin taugte nicht zum Ernährer
– Carrie brachte die inzwischen fünfköpfige Familie
als Wäscherin durch. Frustriert über den Abstieg von einer
vielversprechenden Tänzerin wurde aus ihr eine strenge, harte
Mutter, die hohe Anforderungen stellte und ständig etwas auszusetzen
hatte (Mars KON Pluto als Herrscher des 4. Hauses im 10. Haus).
Kälte, Armut, Wanzen und Ratten waren die Begleiter von Josephines
Kindheit. Mit acht Jahren mußte sie putzen und für wohlhabende
Familien babysitten, die sie daran erinnerten, daß sie "keinesfalls
das Baby küssen dürfte"; [5]Sie ertrug viele Härten
und wußte nicht mehr, wohin sie gehörte. Mit 13 schloß
sie die erste ihrer vier Ehen. Anlage, frühe Prägungen
und die daraus entstehende Lebensmotivation der Josephine Baker
lassen sich über die Deutung des 1. Regelkreises des Kybernetischen
Modells veranschaulichen [6].
Wer
bin ich und was soll aus mir werden?
Mond, Merkur, Sonne - zentrale
Kräfte der Persönlichkeit
Der
Mond in der Waage und im 3. Haus zeichnet ein Bild von der emotionalen
Situation des kleinen Mädchens: sie ist kontaktfreudig und
an allem interessiert, talentiert im Auftreten, mit einem Drang
danach, bemerkt zu werden. Doch darin liegt auch ein heftiges Verlangen,
eine Liebesbedürftigkeit: "Laßt mich nicht allein!"
[7] . Und da ist auch dieses Gefühl anders zu sein,
nicht dazu zu gehören, sich fremd zu fühlen zuhause in
der Welt der Schwarzen wie auch in der der Weißen: der Mond
herrscht über das 11. Haus, in dem unsere Individualität,
unser Anderssein zutage tritt. Sein Spiegelpunkt zum Aszendenten,
der einer Mond/Mars-Verbindung entspricht, bestätigt das Empfinden,
in einer unsicheren und bedrohlichen Welt zu leben.
Den Ausweg sucht
Merkur. Seine Stellung im 10. Haus legt nahe, bedeutsam, berühmt
und vor allem gesellschaftlich akzeptiert zu werden, was gleichzeitig
einem instinktiv in Josephine angelegten Drang entspricht, denn
Merkur ist Herrscher des Aszendenten. Seine Konjunktion zu dem Prinzip
des Handelns, der Sonne, bewirkt, daß sie dies auch unverzüglich
umsetzt. Bereits als kleines Mädchen baute sie in einem Keller
eine kleine Bühne auf und tanzte. Sie gab den anderen Kindern
Ohrfeigen, damit sie still saßen und aufpaßten, wenn
sie ihre Vorstellung gab [8]: das Quadrat von Saturn zur Sonne hatte
sie früh als Einschränkung und Ablehnung erfahren, nutzte
es jedoch bald, bestärkt durch die Konjunktion von Mars und
Pluto, im ihre Ziele unnachgiebig und mit Ausdauer und Konsequenz
zu verfolgen. Da die Sonne aus dem 12. Haus kommt, waren ihre Aussichten
gut, die öffentliche Bühne zu erobern.
Le
diable au corps
Eine enorme Popularität
und gewaltiger öffentlicher Beifall kennzeichnen ihren Karriereweg
( Jupiter als alter Herrscher des 7. Hauses steht im 10. Haus in
KON zur Sonne, die aus dem 12. Haus der Öffentlichkeitswirkung
kommt und wiederum eine KON zu Merkur, dem Herrscher des Aszendenten
hat, der Josephine in ihrer ureigensten Person repräsentiert).
Nach der Revue Nègre brachte ihr Auftritt in den Folies-Bergères
den vollen Durchbruch: "Sie trug nicht außer einem kleinen
Röckchen aus Plüschbananen. Diese Aufmachung sollte den
Rest ihres Lebens mit ihr assoziiert werden. Diese an sich schon
witzige Idee wirkte noch amüsanter, wenn die Baker zu tanzen
anfing und die Bananen in Bewegung gerieten, lauter munter hüpfende,
freundliche Phallussymbole. Sie kam lachend auf die Bühne,
lachte über alles. Sie schien allgegenwärtig zu sein".[9]
(Josephines Hang und Talent zu einer ungewöhnlichen Selbstdarstellung
zeigt sich in der Venus als Herrscherin des 3. Hauses im 11. Haus
in KON mit Neptun. Die Verbindung von Uranus, hier im Sinne des
11. Hauses, mit Neptun deutet immer auf etwas Ungewöhnliches,
oft Bizarres und Überraschendes hin. Verstärkt wird diese
Thematik durch den Mond im 3. Haus, der aus dem 11. kommt). Sie
freute sich immer auf den Augenblick, in dem sie die Bühne
betrat, um sich im Tanz zu verlieren und auch zu finden, wenn sie,
wie sie es auf französisch nannte, den Teufel im leib hatte
" le diable au corps". Gleichzeitig war sie eine
Künstlerin von enormer Disziplin (die Spitze des 5. Hauses
liegt im Steinbock, Saturn steht im 7. Haus des Denkens), deren
scheinbare Leichtigkeit und Mühelosigkeit auf der Bühne
durch intensives Training erreicht wurde.
Scheitern
in den USA
1936 kehrte
sie als Star des Ziegfeld Follies in die USA zurück. Doch ihre
Auftritte dort endeten in einem Desaster. Das amerikanische Publikum
war nicht bereit, eine Schwarze mit soviel Persönlichkeit und
Ausstrahlung zu akzeptieren. Die Kritiken waren verheerend, die
New York Times bezeichnete sie als "Negerdirne"; (Hier
zeigt sich das ablehnende, im konventionellen Denken verhaftete
Gesicht Saturns, der hier im 7. Haus steht und ihr von außen
entgegenkommt. Jupiter als alter Herrscher des 7. Hauses beweist
ebenfalls, daß er nicht nur über Wohlwollen und Fülle
sondern auch über Exzesse und Übertreibung regiert).
Josephine wollte
in den USA als Künstlerin, nicht als Schwarze Erfolg haben.
"Doch das war unmöglich. Sie mochte ihre Rasse vergessen
haben, aber sonst tat das niemand. Im St. Moritz, wo sie und Pepito
abgestiegen waren, ersuchte man sie, den Dienstboteneingang zu benutzen.
... Einmal wurde ihr mit einer Gruppe der oberen Zehntausend der
Zutritt zu einem Nachtclub auf der East Side verweigert [10]. Jeder
Affront saß tief. In Harlem fand sie eine Weile Entspannung,
doch sie traf sich viel öfter mit weißen Theaterleuten
und Prominenten in der Innenstadt. Das verübelte man ihr in
Harlem, so daß sie sich schließlich zwischen die Fronten
begeben hatte. Ihre Tanzpartner waren wie in Paris Weiße,
aber in New York wurde ihr das als interrassische Demonstration
ausgelegt (Uranus im 5. Haus als Herrscher des 6. Hauses weist sowohl
auf ihre eigenwillige Handlungsweise hin, als auch auf die Tendenz,
sich zwischen alle Stühle zu setzen: sie hatte das Problem
der Rassenloyalität aufgeworfen).
Sexualität
"Sexuelle Beziehungen
waren entscheidend für Josephine Bakers Auftritte: Sie machte
es hinter den Kulissen; im Stehen, vor dem nächsten Auftritt;
mit jedem Tanzpartner, schwul oder nicht; mit Bonzen, die dafür
bezahlten; mit den Berühmten; mit jedem den sie wollte, wo
und wann sie wollte. Einmal legte sie sich in ihrer Garderobe auf
den Boden, um einen desinteressierten Mitarbeiter zu verführen:
"Sieh meinen Körper an, die ganze Welt ist in diesen Körper
verliebt, warum bist du so arrogant?"; [11]
Josephine
Bakers sexuelles Interesse spiegelt sich in Saturn als Herrscher
des 5. Hauses im 7. Haus: in Begegnungen Sexualität leben,
wobei das Steinbockprinzip sowohl Askese wie auch Promiskuität
zur Verfügung stellt, siehe weiter oben. Beim Liebesakt übernahm
sie die Führung, gab Anweisungen, nicht gewillt oder außerstande,
passiv zu sein [12] (der aktive Saturn setzt die Richtlinien
des Vorgehens). Gleichzeitig hatte sie einen starken Drang sowohl
nach Kontrolle (Mars Kon Pluto als Herrscher des 4. Hauses) wie
auch danach, sich fallen zu lassen (der Gegenpol zu der Mars/Pluto-Konkunktion
bildet die Venus/Neptun-Konjunktion, die über ihr Denken herrscht
– Neptun ist Herrscher des 7. Hauses – und im 11. Haus
steht, dem Haus, in dem wir unsere Freiheit und Befreiung suchen).
Der Wunsch von allen gewollt zu werden ohne Ausnahme findet
sich zum einen in dem stark auf ein Feedback von außen ausgerichteten
Waagemond, zum anderen wiederum in der Mars/Pluto-Verbindung, die
eine zwanghafte innere Motivation nahelegt, sowie in der Sonne/Jupiter-Konjunktion,
bei der Jupiter Herrscher des 4. Hauses ist und als seelischen Antrieb
des Handelns nicht nur Enthusiasmus und Schwung, sondern auch eine
mögliche Neigung zur Übertreibung anzeigt. Uranus im 5.
Haus tut das seine dazu, um einen sprunghaften Wechsel der Partner
zu ermöglichen.
Begegnungen und Partnerschaften
Eine Überfülle
an Geschenken begleiteten Josephine durch ihre Erfolge. Bewunderer
schenkten ihr Diamanten, Autos und sie bekam etwa 1500 Heiratsanträge
[13] (Jupiter als Herrscher des 7.Hauses – Umwelt –
hat eine KON zu Merkur als Herrscher des 2. Hauses – Materielles;
das öffentliche Auftreten (Sonne herrscht über das 12.
Haus) führt zu Erfolg in der Begegnung (Jupiter als alter Herrscher
des 7. Hauses) und finanzieller Substanz (Merkur aus Haus 2).
In ihren länger
dauernden Beziehungen und in ihren Ehen, von denen nur wenige hier
beschrieben werden können, findet sich die verschiedenen Facetten
des Saturn wieder, ebenso wie des Neptun als Herrscher von Haus
7 in Haus 11 [14]. 1921 heiratete sie den Amerikaner
Willie Baker, dessen Namen sie behielt (Saturn, der Name als gesellschaftliches
Symbol). Pepito, der Ende der zwanziger Jahre in ihr Leben trat,
war ebenso wie sie selbst ein Mensch, der es liebte, seine Lebensgeschichte
immer wieder neu zu erfinden und es dabei mit der wahrheit nicht
allzu genau nahm (Neptun). Doch er managte sie auch und sorgte dafür,
daß sie in ihren Auftritten professioneller wurde und Französisch
lernte (Saturn).
1937, nach ihrem
Scheitern in den USA, "sehnte sie sich mehr denn je zuvor danach,
verheiratet zu sein, aber einen Ehemann zu finden war wesentlich
schwieriger als einen Liebhaber. Die französische Hautvolée
hatte sie zwar gern um sich, ohne sie jedoch wirklich zu akzeptieren";
[15]. In Jean Lion fand sie einen Ehemann, der ihr den Zutritt zur
Gesellschaft ermöglichte (Saturn). Er war Makler, reich, gutaussehend,
weltgewandt und sie erhielt die französiche Staatbürgerschaft
(Saturn).Vierzehn Monate nach der Hochzeit reichte sie die Scheidung
ein weil ihre Unterschiede unüberbrückbar waren.
Der französische
Dirigent Jo Bouillon, den sie 1947 heiratete, half ihr, die 12 Kinder
aufzuziehen, die sie adoptiert hatte und versuchte vergeblich, ihre
verschwenderische Lebensweise zu stabilisieren (Saturn als Stütze
und stabilisierender Faktor).
Idealismus
und Engagement
Josephine Baker
war nicht nur ein Bühnenstar: ihr Leben stellte einen Kreuzzeug
für Bürgerrechte und Brüderlichkeit zwischen den
Rassen dar. Ihre Auftritte in Amerika litten unter ihren politischen
Aktivitäten. Sie stand kurz vor dem großen Durchbruch,
der ihr das Geld hätte einbringen können, das sie so dringend
brauchte, und verlor ihre Engagements und jede Chance, in Hollywood
Karriere zu machen, weil sie die Rassenintegration in den Nachtclubs
von Las Vegas durchgedrückt hatte. Am 28. August 1963 nahm
sie an einer Demonstration in Amerika teil, die als Marsch auf Washington
bekannt wurde, dessen Ziel die Forderung nach "Jobs und Freiheit";
für schwarze Amerikaner war. Dieser Marsch wurde ein Höhepunkt
in ihrem Leben und kennzeichnete gleichzeitig das Ende ihres Kampfes
um Bürgerrechte in den USA . In den folgenden Jahren lebte
sie nur in Frankreich und hatte keinen Kontakt mit Amerika. "Für
ihre Bemühungen um die Integration wurde sie von Martin Luther
King und von Ralph Bunche gelobt. Außerdem besuchte sie Castros
Cuba; ihre Akte beim FBI hatte tausend Seiten. [16]
Während des
2. Weltkrieges diente sie ihrem Adoptivland Frankreich auf verschiedene
Weisen. Sie trat vor den Truppen auf und riskierte ihr Leben, "indem
sie für die französische Untergrundbewegung Informationen
in Partituren über die Grenzen Frankreichs und Spaniens nach
Portugal schmuggelte. In Marokko... übernahm sie für sich
die Aufgabe, Juden vor der Verhaftung zu bewahren; eine Zeitlang
trug sie den gelben Davidstern an ihrem Mantel und keine rosaroten
Federn. Während des kalten Winters nach der Befreiung von Paris
hamsterte sie Hunderte Pfund Fleisch und Säcke voll Gemüse
und Kohlen, um den Armen zu helfen. Sie wurde für ihren Beitrag
in die Ehrenlegion aufgenommen, mit dem Croix de Guerre ausgezeichnet,
und de Gaulle gratulierte ihr persönlich"; [17]. In Monaco,
wo sie nach ihrer Verarmung eine Bleibe fand, verbrachte sie den
Rest ihres Lebens mit dem Versuch, Menschen für eine "Akademie
für weltweite Brüderlichkeit"; zu interessieren.
Ihr Medium Coeli,
das im Stier liegt und die Zwillinge einschließt, deutet auf
eine Lebensaufgabe hin, bei der es um Wohlbefinden, Existenzsicherung
und das Finden der wahren Gruppe von Menschen geht, zu den man sich
zugehörig fühlen kann. Die Zwillinge legen nahe, Kontakte
zwischen Menschen zu schaffen, die eigene Kontaktfähigkeit
auszubauen und sich körperlich darzustellen. Mit all der Inbrunst,
zu der sie ihr Imum Coeli im Skorpion mit eingeschlossenem Schützen
befähigte, und voller missionarischem Drang (Konstellation
Jupiter/Pluto [18] kämpfte Josephine Baker für ihre Ziele
und Ideale. Dabei war sie radikal und unbeirrbar in ihren Absichten
(Mars KON Pluto als Herrscher des Imum Coeli im 10. Haus zusammen
mit Sonne/Merkur/Jupiter verleihen ihr Schlagkraft auf der gesellschaftlichen
Ebene) und nicht bereit, materieller Einbußen wegen für
sie inakzeptable Kompromisse zu schließen. Auch ihr Leben
zählte weniger als die für richtig erkannte Sache. Die
Venus/Neptun-Konjunktion im 11. Haus beschreibt ihr Mitgefühl
mit all denen, die leiden, oder
anders und ausgestoßen sind. Auch ihr Aszendent auf 1 Grad
50 Jungfrau, einem Kritischen Grad mit dem Thema Mars/Jupiter läßt
auf eine Veranlagung schließen, die die Angelegenheiten anderer
zu der eigenen macht, um dort für Recht und Ordnung zu sorgen
[19].
Ihre festen Überzeugungen
spiegeln sich auch in ihrem Familienkonzept, das sie Ende Vierzig,
nach siebenjähriger Ehe mit Jo Bouillon, umzusetzen begann.
Familie
als
Idee
Für
Josephine Baker war eine Familie ein "Willensprodukt mit vorher
festgelegtem Ziel und Zweck. Ihre Familie sollte beweisen, daß
alle Rassen und Nationalitäten in Eintracht zusammenleben können.
Diese Idee der Menschheitsfamilie trachtete sie mit unbeirrbarer
Entschlossenheit zu verwirklichen [20] (Skorpion am Imum Coeli:
Familie als Idee, mit eingeschlossenem Schützen: die grosse,
weltumspannende Vision). Kinder unterschiedlicher Hautfarbe sollten
in Les Milandes, ihrem Landsitz in der Dordogne gemeinsam aufwachsen.
Verschwendung
und immerwährende Geldsorgen
Josephine Baker
liebte das Pompöse, den Luxus. Als sie 1928 nach Wien reiste,
nahm sie außer ihrem Anhang, den Liebhabern und Verwandten
"einen Sekretär, einen Chauffeur, ein Dienstmädchen,
eine Schreibmaschine, zwei Hunde, 196 Paar Schuhe, ausgewählte
Kleider und Pelze, 64 Kilo Gesichtspuder und 30 000 Autogrammkarten
für die Fans mit";. [21]
Um die Regenbogenfamilie
zu finanzieren, konzentrierte sie sich darauf, aus Les Milandes
eine Kombination aus Touristenattraktion und Bildungszentrum zu
machen und nannte es die "Hauptstadt weltweiter Brüderlichkeit";.
Obwohl im Jahr bis zu 300.000 Besuchern kamen, verschlang das Unternehmen
immer mehr Geld. Josephine Baker hatte noch nie kostenbewußt
gedacht (Merkur als Herrscher des 2. Hauses in KON zu Sonne und
Jupiter). Sie bestand darauf, das Personal auch im Winter zu behalten,
obwohl ein reiner Saisonbetrieb herrschte. Jo Bouillon war auf die
finanzielle Lebensfähigkeit des Unternehmens bedacht (Saturn
im 7. Haus, der kostenbewußte Partner), doch sie wollte jede
Idee umsetzen, ohne Rücksicht auf die Kosten (Mars KON Pluto
als Herrscher von Haus 4 in Haus 10, ebenso Jupiter). Die Schulden
wurden astronomisch. Im Februar 1964 soll Les Milandes versteigert
werden. Brigitte Bardot richtet einen Spendenaufruf an die Zuschauer
des französischen Fernsehens, doch die 1,2 Millionen Francs
helfen nur, die Versteigerung zu vertagen. Josephine Baker kämpft
um ihr Projekt, doch es wird verkauft. Sie verbarrikadiert sich
in Les Milandes, kampiert in der Küche und wird schliesslich
hinausgetragen. Eine Fotografie zeigt sie, krank und delogiert,
auf den Stufen ihres Hauses [22].
Sie findet Helfer
(Neptun als Herrscher des 7. Hauses in KON zur Venus). Jean-Claude
Brialy ermöglicht ihr Auftritte in seinem Nachtclub. Gracia
Patricia bewegt das monegassische Rote Kreuz, der obdachlosen Familie
eine Haus zu finanzieren. Der Produzent Arys Nissotti bürgt
für die Hypothek. Den Rest ihres Lebens versucht Josephine
Baker, Menschen für eine "Akademie für weltweite
Brüderlichkeit"; zu interessieren (Ihr soziales Engagement
zeigt sich neben der Konstellation Jupiter/Pluto am Imum Coeli (Skorpion/Schütze)
auch über den Jupiter im 10. Haus, der als Konstellation Jupiter/Saturn
beinhaltet).
Die
Berufung der Josephine Baker
Das Leben der Josephine
Baker ist die Geschichte eines Menschen, der es schafft, sich aus
einer trostlosen Kindheit und schwierigsten Startbedingungen zu
befreien. Ihr ganzes Leben war "eine Jazzimprovisation, sie
kehrte alle paar Jahre das Innere nach außen. Auf diese oder
jene Weise zwang sie sich zu einem Leben in der Schwebe, einem ständigen
Balanceakt, ließ sich nie auf berechenbare Verhaltensmuster
ein"; [23] (Uranus im 5. Haus als Herrscher des
6. Hauses in OPP zur KON von Neptun als Herrscher des 7. Hauses
und Venus als Herrscherin von Haus 7, Umwelt, und Haus 3, Selbstdarstellung
– das unberechenbare Verhalten und Auftreten gegenüber
anderen).
Mit der Radikalität
ihres Imum Coeli sorgte sie für die Existenzsicherung anderer
Menschen (Stier am Medium Coeli) und setzte sich für Gleichheit
und Brüderlichkeit ein (Venus/Neptun-KON im 11. Haus), ohne
dabei auf die eigene materielle Absicherung zu achten. Sie stellte
sich dar auf der großen Bühne des Lebens und des Theaters
als ein Mensch dar, der mit aller Inbrunst lebt und seine Überzeugungen
vertritt, ebenso wie als ein unglaubliches Bühnentalent (Zwillinge
am Medium Coeli). Sie wurde zum Sprecher und Vertreter für
Minderheiten, für Verfolgte und Benachteiligte (Zwillinge am
Medium Coeli).
Nach
unten wachsen
Geboren werden bedeutet,
sich der Aufgabe zu stellen, in dieses Leben hinein zu wachsen und
sich hier für die Dauer einer Lebensspanne zu verwurzeln. Das
Imum Coeli, die Himmelstiefe, stellt unsere seelischen Wurzeln dar,
die wir jedoch erst zu ihrer vollen Blüte bringen, wenn wir
sie um die Eigenschaften und Fähigkeiten des Medium Coeli,
der Himmelsmitte, bereichern.
James Hillman nennt
diesen Vorgang in seinem Buch "Charakter und Schicksal";
nach unten wachsen. Er vergleicht seelisches Wachstum mit
dem Wachstum in der Natur: "Selbst Tomaten und die höchsten
Bäume schicken Wurzeln in die Erde, je höher sie sich
dem Licht entgegenstrecken. Doch die Metaphern für unser Leben
schenken vor allem dem aufwärts gerichteten Teil der organischen
Bewegung Beachtung";.
Unsere Himmelsmitte
dient uns als Richtschnur für unser Leben, unser seelisches
Reifen und die Entwicklung unserer Persönlichkeit. Doch wir
vervollkommnen uns nur in dem Maße, in dem wir auch nach
unten wachsen. Josephine Baker streckte sich aus Armut und Diskriminierung
in eine Welt hinein, in der sie einen Freiraum für die Entfaltung
ihrer Persönlichkeit fand. Doch sie wurde kein Star, dessen
Hauptanliegen es war, umwerfende Modellkleider und einen Federkopfputz
zu tragen, und dem der Beifall der Massen über alles ging.
Im Verlauf ihres Lebens blühten beide Pole auf und die dreißigminütigen
Ovationen, die sie bei ihrem letzten Auftritt in Paris erhielt,
galten sowohl der Künstlerin als auch "ihrem langen und
langsamen Wachsen nach unten in diese Welt sozialer Übel: Faschismus,
Rassismus, elternlose Kinder, Ungerechtigkeit"; [24]. Sie starb
am 12. April 1975 im Salpetrière-Krankhaus, das für
ausgestoßene Frauen, Prostituierte, Geschlechtskranke, Bedürftige
und Kriminelle errichtet worden war [25]. Ihr Tod dort schloß
den Kreis zu ihrer Geburt im St.-Louis-Armenspital.
Anmerkungen:
|
|
|
|
|